16. November 2015 – Herr! Schmeiß Hirn vom Himmel!

Nach langer Denkpause nach dem Graffiti-Motto: ICH DENKE, ALSO BIN ICH HIER FALSCH (im doppelten Sinne) habe ich mich entschlossen, meinem Motto weiter zu folgen: ICH DENKE, ALSO BIN ICH HIER RICHTIG; allerdings werde ich mich bei der Kommentierung nur noch auf besondere und gemeingefährliche Idiotien unserer Politdarsteller beschränken, der alltägliche Polit-Wahnsinn à la CSU („Schickt die syrischen Flüchtlinge nach Syrien, dort gibt es auch „ruhige Gegenden“) kann nur noch dazu dienen, die abgrundtiefe Dummheit einzelner Politnasen zu belegen.
Meine Denkpause ist ein Ausdruck von großem Zweifel:
Zweifel am Sinn meines „Bloggens“ (wer liest das schon?), (berechtigte) Zweifel am politischen Verstand vieler Bürger (wie kann man  nur diese regierenden Politdarsteller immer wieder wählen – oder schlimmer noch – als „Alternative“ das rechte Gesindel von AfD bis Pegida?), Zweifel an unseren Zukunftsperspektiven mit Politdarstellern, die die Demokratie und die Umwelt ruinieren, Menschen wissentlich ausbeuten lassen und zynisch zusehen, wie jeden Tag 50 000 Menschen verhungern oder indirekt zulassen und fördern, dass Religion als gewalttätiger Politik-Ersatz missbraucht wird. Die menschliche Habgier wird nicht geächtet – im Gegenteil, man begreift sie als Weisheit letzten Schlusses in unserem ach so effektiven Wirtschaftssystem Kapitalismus. Gleichzeitig generieren sie sich dummdreist oder dämlich (?) als „Problemlöser“ oder „Retter der Welt“ – solche Beschlüsse kann man nur mit Ironie ertragen. Und dann sind da ja auch noch die selbsternannten „Qualitätsmedien“, die in viel zu großen Teilen sich nur noch als Propaganda-Sprachrohr „der Märkte“ und der dazugehörigen „regierenden“ Politdarsteller und „Eliten“ begreifen (Überzeugung meiner Mutter als „Weisheit“ und Erziehungsziel –leider-: „Wessen Brot ich ess´, dessen Lied ich sing´“). Da kann man schon Zweifel bekommen, ob das dagegen Anschreiben noch Sinn macht.

Aber die fürchterlichen Ereignisse in Paris, die zu wochenlangen, sinnfreien, fragwürdigen und aufgeblasenen medialen Darbietungen missbraucht werden und die zu nicht überraschenden Ritualen der Betroffenheit bei Politdarstellern führen, lassen nur eine Konsequenz zu: Weitermachen! Jede Stimme, die sich diesem unerträglichen Medienrummel und dem Polittheater „Wir trauern“ entgegenstellt, zählt.
Am Freitag (13.11.) gab es auch einen Anschlag in Beirut (44 Tote); das Ganze wird als „Attacke“ benannt – Reaktionen unserer Politdarsteller und der „Betroffenheits-Medien“ bleiben aus. Aber dann am Abend in Paris…
Einfache Fragen dazu: Wer von diesen Medienfuzzies oder verantwortlichen Politdarstellern ist eigentlich über (häufige) Bombenanschläge in Bagdad oder Kabul oder gar über den Hunger in der Welt „betroffen“ (s.o.)?
Welches „Qualitätsmedium“ stellt auch nur einmal die ehrliche Frage, wem diese völlig überzogene „Berichterstattung“ -außer „Quote machen“- nützt (z.B. dem rechten Gesindel) und warum man genau das tut, nämlich Ängste erzeugen und nach Polizeistaatsmaßnahmen plärren, was die Mörderbanden mit ihrem Terror erreichen wollen. Welcher verantwortliche Politdarsteller wagt es im Gegensatz dazu den Bürgern ehrlich zu sagen, dass man sie nur begrenzt schützen kann? Wo ist der Aufruf zur Mäßigung?
Leider funktionieren die Mechanismen dieses Betroffenheitstheaters so wie erwartet und befürchtet. Schlimmer noch: Die Opfer des Anschlags werden missbraucht, um in einer regelrechten Kriegsrhetorik Stimmung zu machen, vorneweg dabei: Unser Feldgeistlicher Gauck.
Der nächste Anschlag kommt bestimmt, die Vernunft bleibt auf der Strecke. Kritische Stimmen, die nach Gründen für diesen Terror-Wahnsinn fragen, findet man,  man muss sich aber dieser propagandistischen Betroffenheits-Show bewusst entziehen. Tagesschau – Zurzeit besser nicht!
Wie war das noch im Januar beim Anschlag auf „Charlie Hebdo“? Dieser kritische Artikel zum Thema ist leider immer noch aktuell und es ist zu befürchten, dass auch in Zukunft bei den Verantwortlichen in Politik und großen Teilen der Medien kein Interesse daran besteht, Ursachen (insbesondere zur Rolle des „Westens“, also zu uns ach so „Guten“) zu analysieren, maßvoll und zivilisiert zu reagieren, geschweige denn angemessen zu handeln.

 

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