6. Juli 2015 – Denn sie wissen nicht (?), was sie tun …

Die Bürger Griechenlands haben am Sonntag eine klare Antwort auf die „Schuldenkrise“ gegeben. Eine eindeutige Mehrheit hat sich dafür ausgesprochen, dass die bisherige „Methode Bankenrettung“ gegenüber Griechenland (also Merkels „marktkonforme“ Demokratie) so nicht fortgesetzt werden sollte. Eine schallende Ohrfeige für unsere scheinheiligen Politdarsteller, die konsequent die zutiefst inhumanen (siehe 19. Juni) Folgen ihrer devoten Bedienung des Finanzkapitals ignoriert haben und, was abzusehen ist, weiterhin ignorieren werden – vorneweg ein gewisser Herr namens Schäuble. Wesentliche Teile der „Leitmedien“ haben erwartungsgemäß reagiert, denn ihr publizistisches Affentheater im Einklang mit den verantwortlichen Politdarstellern (sogar Günter Jauch entlarvt die Lügen unserer „Volks“-Vertreter) vor dem Referendum in Griechenland hat nicht den gewünschten „Erfolg“ gebracht. So pöbeln und hetzen sie jetzt beleidigt weiter – in der Vorstellung verhaftet, dass man „natürlich“ Recht hat und nur „sachlich“ berichtet und kommentiert – „Siggi“ wieder vorneweg. Zur Sachlage dazu ein angemessener Kommentar eines Sozialdemokraten, der zu Recht sich als solcher fühlt und denkt.
Das Schlimmste daran ist, und da bin ich mir sicher, dass diese Politiker, Redakteure und ihre Chefs das wohl wirklich glauben (wie auch bei der Ukraine-„Berichterstattung“), was sie da absondern. Dass dabei eine gegenseitige Bestätigung und damit indirekte Einflussnahme erfolgt, ist für mich naheliegend und unvermeidlich. Diese Prämisse wird aber nur von selbstkritischen Geistern akzeptiert, viele einflussreiche „Persönlichkeiten“ aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Medien würden hier widersprechen und ihren naiven Glauben an ihre völlige Unabhängigkeit postulieren (der Feldprediger Gauck z.B. würde von Freiheit fabulieren). Dieses aus meiner Sicht selbstherrliche, arrogante und intellektuell unredliche Menschenbild teile ich nicht. Logischerweise gehören die, von denen hier die Rede ist, in großer Zahl zu diesen „Freiheitsgläubigen“ und es ist aus ihrer Sicht der Dinge daher nur folgerichtig, unbequeme Meinungen Andersdenkender und Kritiker dieses Mainstreams z.B. als Verschwörungstheoretiker, „linke Spinner“ oder Trolle zu beschimpfen (Beispiel Ukraine: „Putin-Versteher“). Die schon penetrant auffällige Übereinstimmung der Ansichten von in Verantwortung stehender Politik und großen Teilen der Leitmedien gegenüber der „unbequemen“ griechischen Regierung macht das Problem deutlich:
Unabhängige demokratische Medien sind wesentlicher Bestandteil einer pluralistischen Gesellschaft. Daraus leitet sich ein essentieller Auftrag ab, nämlich die KONTROLLE der politischen Macht („4. Gewalt“) und NICHT deren propagandistische Unterstützung und Beweihräucherung. Auch in diesem Bereich ist unsere Demokratie auf dem falschen Weg. Springer und Mohn (siehe 1. Mai) leisten hier „ganze“ Arbeit.

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