11. Mai 2015 – Wenn die Bürger (nicht) wählen

Montag, der 11. Mai 2015

Im kleinsten Bundesland wurde gestern gewählt. Das Ergebnis auf das Wesentliche reduziert:

WahlenBremen

In meinen letzten zehn Schuljahren habe ich diese Art von Berechnung immer wieder im Unterricht problematisiert, da die Wahlbeteiligung bei allen Wahlen immer weiter sinkt. So ist zum Beispiel Merkel TATSÄCHLICH nur von 31,9% der Bürger 2013 gewählt worden. Unseren Politdarstellern ist das inzwischen auch aufgefallen und so lamentieren sie seit einiger Zeit über die mangelhafte Wahlbeteiligung. Die Frage nach dem Warum beantworteten die Bremer Bürger so:

WahlenBremen2

Natürlich fällt den „Polit-Strategen“ dazu ernsthaft nichts ein, was das Wahlverhalten der Bürger verändern könnte. Sie müssten dann ja auf Verhaltensweisen verzichten, die zwar offensichtlich sind, aber Abhilfe schaffen könnten:

  • Keine Wahlkampflügen (siehe z.B. CSU-Maut)
  • Keine penetrante und dreiste Lobby-Bedienung (siehe TTIP) oder „Freundschaftsdienste“ (NSA) gegen die eigenen Überzeugung (falls vorhanden)
  • Keine lächerlichen Rollenspiele (was würde der „Siggi“ Gabriel über NSA und BND plärren, wenn er noch Oppositionspolitiker wäre!). Zitat des Kabarettisten Volker Pispers : „Siegmar Gabriel – Früher waren Dick und Doof mal zwei!“
  • Keine Selbstbedienung durch umgehenden Seitenwechsel „danach“ (siehe Schröder, Riester, Koch und „Muttis“ Ex-Minister Pofalla, Niebel, Bahr, Rösler und … und …und)
  • Keine Scheinheiligkeiten und Lügen (aktuell: Siehe Merkel, de Maizière, Pofalla, Altmeier)
  • Kein ständig dümmliches und (wissentlich) banales Geschwätz (Zitat „Mutti“ -die redet immer so!!!- zu den BND/NSA-Tricksereien: „ Jetzt geht es darum, die Dinge vollständig aufzuklären“) und keine Vernebelungen ( z.B.: Wer über 2 Billionen Schulden hat, kann nicht „SPAREN“, er kann nur STREICHEN! – Natürlich NICHT bei den 10% Reichen im Lande)
  • Solange das Prinzip „die Reichen müssen noch reicher werden“ durchgesetzt wird, werden immer mehr Verzweifelte nicht wählen gehen.

Diese Liste ist nicht vollständig, aber verdeutlicht das Problem: Es fehlt den Regierenden an jeglicher Glaubwürdigkeit. Da diese Herrschaften in ihrem „Regierungsraumschiff“ den Bezug zur Realität der alltäglichen Probleme der Bürger völlig verloren haben und sich in diesem und in anderen Bereichen leider auch als beratungsresistent erweisen, zum Teil wider jeglicher Vernunft, sind die Antworten auf die Frage nach dem Warum der Wahlverweigerung leicht nachvollziehbar.
Ich habe den begründeten Verdacht, dass die Regierenden, insbesondere in der CDU, auch kein Interesse daran haben, dass sich daran wirklich etwas ändert. Die Krokodilstränen und das Gejammer über die niedrige Wahlbeteiligung sind Heuchelei. Diese Wahlverweigerung ist auch ein Ergebnis mangelhafter politischer Bildung – und dagegen haben die verantwortlichen Parteien bisher viel zu wenig getan und werden auch in der Zukunft nichts wirklich Bedeutendes tun. Es wird sich nichts ändern: Wir torkeln mit einem Schulsystem aus dem 19.Jahrhundert durch das 21.Jahrhundert, Bildung ist abhängig vom Geldbeutel der Eltern und es wird tägliche für penetrante Verblödung in den Medien gesorgt. „Panem et Circensis“ – wobei die römischen Herrscher den Untertanen Brot UND Spiele und nicht nur Spiele (= „event“ wie z.B. wieder am 23.05. der „ESC“) gaben. Die Cäsaren wären neidisch!
Übrigens: Der Zusammenhang von Wahlverhalten/Wahlergebnis und Schulabschluss wird immer schön unter der Decke gehalten – warum wohl?

Die Bundeskanzlerin steht genau für dieses System: Keine politischen Perspektiven, keine klaren Stellungnahmen zu keinem Themenbereich: „Mutti macht das schon“ reicht als „Politik“ aus. Dazu müssen die Bürger nur weiter politisch blöd gehalten werden und dafür sorgen schon Merkels „Freundinnen“ Springer und Mohn. Klappt doch prima.

Nachtrag (13.06.15): Wenn es noch eines Beweises für meine Behauptungen bedarf: Unsere Politdarsteller liefern: Ein bisschen an den Äußerlichkeiten des Wahlverfahrens „rumfummeln“ und schon wird die Wahlbeteiligung wieder steigen. Was für ein trauriges Schauspiel!

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